Der Siegtorschütze mit Nerven wie Stahlseilen: Xaver Nitzke.

Gemeinhin zeichnet sich die Oberliga dadurch aus, jedes Wochenende unerwartete Ergebnisse und spannende Handball-Thriller hervorzubringen. Dass die Foxes gleich am ersten Spieltag eine Achterbahnfahrt der Gefühle durchfahren würden, dachten die Buchberger allerdings nicht. Nach einem klassischen Fehlstart und 7:15-Halbzeitrückstand gelang dem HCN mit dem letzten Angriff noch der doppelte Punktgewinn.

Mit Marius Angrick (Gesichtsverletzung) und Marco Langjahr (noch laufende Sperre aus letzter Saison) fehlten gleich zum Saisonstart zwei wichtige Leistungsträger. Julian Frauendorff plagten in der Vorbereitung noch Probleme an der im letzten Jahr gerissenen Achillessehne, er konnte aber auflaufen. Die vier Neuzugänge Mile Matijevic, Mattes Meyer, Nils Pollmer und Konstantin Regelmann konnten ihr Debüt feiern.

Gleich zu Beginn geriet der HCN ins Hintertreffen. Nach dem 1:1 von Jonas Kraus folgten sechs Herrenberger Tore in Folge. Nach 13 Minuten netzte Alexander Zorn zur 1:7-Führung für die Gastgeber. Bestimmender Akteur in Hälfte eins war SG-Spieler Sandro Münch. Der spielstarke Rückraumspieler war von Neuenbürgs Abwehrrecken nicht in den Griff zu bekommen und erzielte im ersten Spielabschnitt sieben der 15 Herrenberger Treffer. Zu keinem Zeitpunkt gelang es der Mannschaft von Erkan Öz, Kontrolle über das Spiel zu erlangen. Eigene Tore waren stets mit hohem Aufwand verbunden, ein Unterbinden des Herrenberger Laufes gelang nicht. Immerhin konnte Kevin Langjahr nach 20-monatiger Verletzungspause mit seinem Comeback-Tor den 7:15-Halbzeitstand erzielen.

Ein Umschwung war auch nach Wiederanpfiff nicht zu erwarten. Herrenberg legte gleich auf 8:17 vor. Auch zehn Minuten nach Wiederanpfiff sah es nicht danach aus, als ob die Foxes noch einmal zurückkommen würden. Finn Böhm legte für die Gastgeber zum 12:20 vor. In der 44. Minute musste der Gastgeber allerdings einen Rückschlag hinnehmen. Maximilian Bröhl wurde mit roter Karte vom Feld gestellt. Im Nachhinein kann hier der Punkt festgemacht werden, der das Spiel zum Kippen brachte. Denn danach lief es für die Buchberger besser. Mattes Meyer legte mehrmals gut für seinen Außen Xaver Nitzke auf, der sicher einnetzte. Am Kreis war Nils Pollmer eine sichere Bank für Tore. Auf einmal agierte Neuenbürg viel unausrechenbarer, Felix Kracht steuerte das Spiel auf der Mitte klug. Eine gefestigte Abwehr kam hinzu. Über 16:21 und 19:22 gelang in der 55. Minute schließlich der 23:23-Ausgleich. In den letzten fünf umkämpften Minuten konnte Herrenberg nur noch zum 23:24 vorlegen. Herrenbergs Bester Sandro Münch erzielte 50 Sekunden vor Spielende das 26:26. In den Schlusssekunden gelang dem eiskalten Xaver Nitzke der umjubelte 27:26-Führungstreffer, dem die Herrenberger auch nichts mehr entgegensetzen konnten.

Das Nervenkostüm der Foxes wurde gleich beim ersten Spiel über Gebühr strapaziert. Am Ende zählen aber nur die zwei Punkte, die man sich durch einen furiosen Schlussspurt sichern konnte. Nächste Woche will man von Minute eins an die Leistung aus der zweiten Hälfte auf die Platte bringen. Gegen Aufsteiger TSV Heiningen steht man zuhause auch gleich unter Zugzwang.

HCN 2000: Matijevic, Regelmann - Frauendorff (1), Nitzke (4), von Witzleben, Karasinski (2), Kraus (4/1), Kracht (5/1), P. Burkhardt (1), Meyer (3), K. Langjahr (2), Pollmer (4), Bäuerlein (1)

SG H2Ku: Mohr, Rinderknecht, Rhotert - Seeger (7/1), Bröhl (1), Schopp, Todt, Böhm, Zürn (5), Lämmle (1), Stöffler (1), Münch (9/1)

Gelbe Karten: Meyer, Öz (Bank) (alle HCN 2000) - Bröhl, Lämmle, Münch (alle SG H2Ku)

Zeistrafen: K. Langjahr (2), Meyer (2), Pollmer (2) (alle HCN 2000) - Seeger, Stöffler, Münch, Schopp (2) (alle SG H2Ku)

Disqualifikation: Bröhl (SG H2Ku)

Schiedsrichter: Dominik Salles, Lars Salles (TGV 1823 Eintracht Beilstein)

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