Drei Neuzugänge verstärken den HC Neuenbürg zur Saison 2020/21. Kreisläufer Nils Pollmer kommt vom Badenligisten SG Stutensee/Weingarten, Torwart Mile Matjevic stößt vom Oberliga-Meister SG Pforzheim/Eutingen zu den Foxes und Rechtsaußen Mattes Meyer wechselt von der Drittliga-Vertretung der Rhein-Neckar Löwen auf den Buchberg. Zum Einstand haben wir dem Trio ein paar Fragen gestellt.

Nils Pollmer
Kreisläufer Nils Pollmer stößt vom Badenligisten SG Stutensee/Weingarten zu den Foxes.

Nils, deine Ankunft in Neuenbürg hast du dir sicher anders vorgestellt. Erst war aufgrund der Corona-Pandemie überhaupt kein Training möglich, danach nur in kleineren Gruppen, jetzt kehrt langsam alles in den Normalbetrieb zurück. Auch teambildende Maßnahmen unterlagen sehr starken Einschränkungen. Dich persönlich hat ja auch noch eine Verletzung zurück geworfen, du hattst einen Schleimbeutel am Knie. Konntest du dich trotzdem schon gut in deine neue Mannschaft integrieren?

Nils Pollmer: Ja, auf jeden Fall, trotz der Einschränkungen ist mir das gut gelungen. Ich bin hier wirklich zu einer super Mannschaft gestoßen, alle sind sehr nett und haben mich direkt gut aufgenommen. Dass ich quasi mit meinem Einstand hier verletzt habe, war natürlich anfangs sehr bitter. Da wir aber bekanntermaßen alle noch nicht voll trainieren konnten und die Vorbereitung erst jetzt im Juli so richtig losgeht, ist mein Trainingsrückstand durch die Verletzung gottseidank nicht so groß wie gedacht.

Mit deinen Ex-Vereinen Heidelsheim/Helmsheim und Stutensee hast du ja schon das ein oder andere Duell gegen die Foxes bestritten. Wo hast du damals die Stärken unserer Foxes ausgemacht?

Nils Pollmer: Da gab es natürlich einiges. Mit Florin Panazan hatte Neuenbürg in den vergangenen Jahren einen starken Rückhalt zwischen den Pfosten. Ihre Angriffe haben sie mit einem Tempo ausgespielt, das wir von uns selber so nicht kannten. Und mit Spielern wie Marco Langjahr hatten sie auch immer Spieler mit einer besonderen Klasse im Kader.

Am Kreis musst du viel einstecken können. Tut es dann gut, wenn du selbst im Mittelblock auch mal ein bisschen härter zu Gange gehen darfst?

Nils Pollmer: Ja, das ist schon ein guter Ausgleich, da kann man kann sich schon gut revanchieren.

Du warst ja auch der Zeitstrafenkönig in Stutensee. Willst du die dann etwas zurückfahren?

Nils Pollmer: Die letzten zwei Jahre habe ich in Stutensee die meisten Zeitstrafen gesammelt, das stimmt. Ich hoffe aber auf jeden Fall, dass es dieses Jahr weniger werden. Vielleicht hilft es mir ja auch ein bisschen, dass mich viele Schiedsrichter hier in der Oberliga noch nicht so gut kennen.

Du gehörst noch zur Hälfte der jüngeren Spieler in der Mannschaft. Wenn irgendwann wieder ohne Einschränkungen trainiert werden kann, musst du also mit “Team Jung” gegen das eingespielte und abgezockte “Team Alt” beim Aufwärmspiel ankämpfen. Mit welchen fußballerischen Qualitäten kannst du dein Team bereichern?

Nils Pollmer: Natürlich werde ich versuchen, meine Torgefährlichkeit mit einzubringen. Aber mein Augenmerk wird vor allem auf der Abwehr liegen.

Mile Matijevic
Der erfahrene Torhüter Mile Matijevic wird Florin Panazan, der seine Karriere beendet hat, ersetzen.

Kommen wir zu dir, Mile. Letztes Jahr hast du bei unserem Lokalrivalen SG Pforzheim/Eutingen gespielt, deshalb erst einmal Glückwunsch zum Aufstieg! Gegen uns konntet ihr einen klaren Derbysieg im Hinspiel einfahren, das Rückspiel fiel ja bekanntlich der Corona-Pandemie zum Opfer. Wie schade findest du es, dass du dich diese Saison nicht gegen deine aufgestiegenen Ex-Kameraden beweisen kannst?

Mile Matijevic: So schlimm finde ich es jetzt nicht. Ein Aufeinandertreffen wäre sicher eine schöne Sache, ich verstehe mich mit allen dort noch gut. Es wäre ja fast wie Training. Wir werden in dieser Saison aber genügend andere wichtige Spiele haben, die wir gewinnen müssen.

Lange war ungewiss, wie es nach der Corona-Pause weitergeht. Wie hast du dich in dieser Zeit fit gehalten?

Mile Matijevic: Also ich habe keine Pause gemacht. Ich habe mich mit verschiedenen Sachen fit gehalten. Zuhause habe ich Krafttraining gemacht. Manchmal habe ich auch gemeinsam mit meinem Sohn trainiert, wir sind dann Laufen gegangen oder sind Fahrrad gefahren.

In deiner Laufbahn bist du ja schon ganz schön umher gekommen. Nach Stationen in Serbien und Slowenien, dann Ostbayern und Franken, bist du jetzt schon einige Jahre hier an der badisch-schwäbischen Grenze. Was gefällt dir hier besonders?

Mile Matijevic: Ich bin jetzt schon vier Jahre hier in dieser Region und meiner Familie und mir gefällt es hier wirklich sehr. Wir fühlen uns hier wie zuhause und wollten nicht unbedingt umziehen. Auch hier in Neuenbürg fühle ich mich seit Beginn sehr wohl. Viele ehemalige SG-Spieler wie Jonas Kraus oder Marco Langjahr, die jetzt hier spielen, kannte ich schon vorher. Es macht hier wirklich Spaß. Und das ist eben auch wichtig.

Es kommt nicht selten vor, dass sich Keeper mit Bällen konfrontiert sehen, die mit 100 km/h nur ein paar Zentimeter am Kopf vorbei rauschen. Deswegen wird ja gerne mal gesagt, dass ein Torhüter bis zu einem gewissen Grad “positiv verrückt” sein muss. Kannst du dem zustimmen?

Mile Matijevic: Ich sage es mal so: Wenn ich einen Ball ins Gesicht bekomme, dann bin ich erst einmal froh darüber, dass er nicht an einer anderen empfindlichen Stelle gelandet ist. Nein, im Ernst, aus meiner Sicht muss zum Beispiel auch ein Kreisläufer etwas verrückt sein. Da kriegt man die Ellbogen der Gegner ab, ständig wird am Trikot gezogen. Ich selbst würde mich nie an den Kreis stellen.

Mattes Meyer
Mit Mattes Meyer von den Rhein-Neckar Löwen 2 gewinnen die Foxes einen talentierten Linkshänder hinzu.

Mattes, du kommst aus Kronau-Östringen nach Neuenbürg. Wie hat es dich denn hier her auf den Buchberg verschlagen? Der Weg zwischen diesen beiden Orten ist ja nicht unbedingt der kürzeste.

Mattes Meyer: Ursprünglich komme ich aus Walzbachtal, mittlerweile wohne und studiere ich in Karlsruhe. Vom Weg her macht es also für mich keinen großen Unterschied, ob ich jetzt nach Kronau fahre oder nach Neuenbürg. Einige der Spieler hier in Neuenbürg kenne ich schon. Mit Marco Langjahr habe ich schon etwas länger Kontakt, er ist ja ebenfalls in Walzbachtal aufgewachsen. Mit Nils Pollmer habe ich zwar noch nie zusammen gespielt, wir kennen uns aber jetzt auch schon eine Weile. Viele sind einem auch aus Spielen gegen die SG Pforzheim/Eutingen bekannt. Einige hier habe ich sogar schon spielen sehen, als ich selbst noch als Kind auf der Tribüne saß.

2018 durftest du ja sogar mal in der Champions League ran. Ihr musstet ja damals als zweite Mannschaft der Rhein-Neckar Löwen aufgrund einer Terminkollision aushelfen und seid nach Kielce gefahren. Dort habt ihr mit 41:17 verloren. Trotzdem eine unbezahlbare Erfahrung?

Mattes Meyer: Auf jeden Fall. Die Stimmung, die die Fans in Kielce machen, kann man vielleicht am besten mit dem vergleichen, was hier in Deutschland Ultras im Fußballstadion abliefern. Beim Einlauf haben wir erst einmal ein riesiges Pfeifkonzert zu hören bekommen. Natürlich war es dann auch was besonderes, direkt vor dem Spiel die Champions League-Hymne zu hören. Und anschließend haben wir den Ausflug nach Polen noch gebührend als Mannschaft gefeiert.

Mit 76 Toren warst du in der abgelaufenen Saison zweitbester Torschütze bei den Drittliga-Löwen. Wird in Neuenbürg jetzt die teaminterne Torschützenkanone von dir angegriffen?

Mattes Meyer: Natürlich mache ich gerne Tore und will auch so viele wie möglich werfen. Ganz grundsätzlich ist Handball aber ein Mannschaftssport. Es geht also hauptsächlich darum, dass einer von uns freigespielt wird, wer genau das Tor dann macht ist eigentlich egal. Am wichtigsten ist natürlich, dass wir gewinnen.

Die meisten unserer Foxes-Fans haben dich wahrscheinlich noch nie spielen sehen. Wie würdest du deine Spielweise beschreiben? Bist du eher ein Freund schnörkelloser Treffer oder darf es auch mal ein Trickwurf sein?

Mattes Meyer: Also ich würde schon sagen, dass ich gerne herumtrickse. Wenn man die ersten zwei oder drei Würfe sicher im Tor untergebracht hat, kann man auch mal andere Wurfvarianten ausprobieren, ein bisschen mit dem Torwart spielen und eben auch ein paar Trickwürfe machen.

Nils, Mile, Mattes, vielen Dank für eure Zeit und eure Antworten!

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