Der wendige Xaver Nitzke kann es auch aus dem Rückraum.

Am Samstag wollen die Neuenbürger Oberliga-Handballer endlich wieder ein Erfolgserlebnis feiern. Zuletzt mussten die Buchberger mit dezimiertem Aufgebot drei Niederlagen verdauen. Die Personalsituation entspannt sich langsam, zumindest standen Timo Bäuerlein, der an einer Sprunggelenksverletzung litt, und Philipp Karasinski, der zweimal beruflich fehlte, zuletzt wieder zur Verfügung. Marco Langjahr wird noch einige Wochen für eine Rückkehr benötigen, mit dem an der Hüfte operierten Kevin Langjahr und dem von einer Achillessehnenverletzung geplagten Julian Frauendorff ist diese Saison wohl nicht mehr zu rechnen.

Recht viel schwerere Aufgaben als die TSG Söflingen gibt es in der Oberliga aber derzeit nicht zu bewerkstelligen. Der kommende Gast hat das, was man wohl einen Lauf nennt. Fünf Spiele in Serie gewann die TSG zuletzt, darunter knöpfte man auch den im Aufstiegsrennen befindlichen Vereinen aus Pforzheim/Eutingen und Baden-Baden jeweils zwei Punkte ab. Die Söflinger haben nun beste Chancen, selbst noch mal ins Rennen um die Plätze eins und zwei einzugreifen. Nur drei Punkte beträgt der Abstand auf einen zum Aufstieg berechtigenden Platz.

Mit Bartlomiej Pawlak steht bei Söflingen ein 1,98 Meter großer und 118 Kilogramm schwerer Torwart zwischen den Pfosten, der das Tor zusammen mit der Abwehr regelrecht vernageln kann. Das Prunkstück der Mannschaft aus dem Ulmer Stadtteil ist aber der Angriff. Das Team zählt zu den offensivstärksten Mannschaften der Oberliga. Die personifizierte Tormaschine des Gegners ist Kevin Kraft, der 98 seiner 103 Tore aus dem Feld erzielte. Indirekt lässt sich der pfeilschnelle Rechtsaußen und Toptorschütze seines Teams unterbinden, indem man den Gegner möglichst wenig sein gefürchtetes Tempospiel entfalten lässt. Auch die gegenseite ist mit Andreas Schaaf (67 Tore), Lukas Francik (58 Tore) und Tim Kaulitz (44 Tore) hervorragend besetzt.

Für die Siebenmeter ist das Hirn der Mannschaft, Mittelmann Bastian Klett (92 Tore, davon 42 per Siebenmeter), verantwortlich. Der Spielgestalter ist aber auch aus dem Spiel heraus torgefährlich. Auf der Königsposition im linken Rückraum kann sich TSG-Trainer Steffen Klett auf den 2,07 Meter großen Matthias Salger verlassen, der bisher 65 Tore erzielen konnte. Beide Spieler zählen auch in der Abwehr zu den wichtigen Stützen, haben zusammen mit 37 Zeitstrafen in dieser Saison aber auch schon mehr als die Hälfte aller Zeitstrafen des gesamten Teams gesammelt. Im Winter konnte mit Adam Czako noch ein ungarischer Jugendnationalspieler verpflichtet werden. Für den 17-jähringen Youngster, der zuvor beim VfL Günzburg in der Jugendbundesliga spielte, war es eine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte. Vater Gabor trainierte lange Jahre das Söflinger Oberliga-Team, Sohn Adam spielte in den Jugendmannschaften der TSG.

Ein Team, das von jeder Position aus Gefahr ausstrahlt, steht den Neuenbürgern also gegenüber. Daher wird vor allem eine geschlossene Mannschaftsleistung in der Abwehr von Nöten sein, will man einen Punktgewinn erzielen. Gute Abwehrarbeit zeigten die Foxes auch in den letzten Spielen, allerdings nur phasenweise. Vor allem die ersten fünfzehn Minuten gegen den TSV Neuhausen/Filder könnten als Schablone dienen. Man hielt die ambitionierten Schwaben bei nur vier Treffern. Die gute Defensivarbeit konnte in der Folge aber nicht mehr aufrecht erhalten werden.

Dass die Rückkehr von Philipp Karasinski vor allem für das Neuenbürger Angriffsspiel wichtig war, zeigten die sechs Treffer, die er in Neuhausen auf den Fildern erzielen konnte. Zuletzt gegen Köndringen/Teningen fehlte ein wurfgewaltiger Spieler wie er. Dazu konnte Spielmacher Timo Bäuerlein wieder mitwirken. Damit hatte Erkan Öz wieder einmal drei nominelle Rückraumspieler zur Verfügung. Dauerbrenner Felix Kracht muss daher nicht mehr die gesamte Last im Rückraum alleine tragen.

Was den Neuenbürgern aber dieses Mal im Vergleich zu den vorhergehenden Spielen etwas abging, war die Gefahr von den Außenpositionen. Auch das Gegenstoßspiel kam nicht zu seiner vollen Blüte. Mit Neuhausen/Filder stand den Neuenbürgern allerdings auch ein mit allen Wassern gewaschenes Team mit einem Top-Torwart gegenüber.

Die Foxes hoffen, gegen Söflingen endlich wieder für eine positive Überraschung sorgen zu können. Der Wille konnte den Buchbergern in dieser Runde noch nie abgesprochen werden. Kämpferisch präsentiert sich das Team immer hervorragend. Nun will man seinen Einsatz mal wieder mit Punkten belohnen. Hierzu hofft man auch auf die Unterstützung des Neuenbürger Publikums in der heimischen Stadthalle.

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